Unser Chef. Carl-Michael Hofmann

         


Er spricht von Inspiration, von Emotionen und sagt: „Du musst in der Lage sein, Gefühle auf den Teller zu bringen.“

Essen ist für Carl Michael Hofmann mehr als nur die Befriedigung eines Grundbedürfnisses, es ist Lebendigkeit, ein Stück Kultur.

Die Köche – wie er einer ist – sind eben die Künstler, die die ursprüngliche Notwendigkeit des Sattwerdens kultiviert haben. Ihr Streben sollte es sein, in der Suche nach immer neuen Formen und Varianten die Kochkunst zu vervollkommnen. Nun, das sind große Worte, die längst nicht jeden Tag des Kochs und Restaurant-besitzers Hofmann bestimmen, aber die Einstellung, die dahinter steht, ist prägend für ihn und sein Team.

Und das ist nicht klein: 25 fest angestellte Vollzeitkräfte beschäftigt der Neuklosteraner. Darunter sind acht Auszubildende – drei angehende Köche und fünf Hotelfachkräfte.
Direkt an der B 73 in der zu Buxtehude gehörenden Ortschaft Neukloster betreibt Hofmann die Seeburg. Seit 1669 ist sie im Familienbesitz, er selbst und seine Frau Sabine sind seit 2000 Inhaber. Die Entscheidung, Koch zu werden, habe er schon ganz allein für sich gefällt, sagt Hofmann, Jahrgang1960, aber es habe ihn schon geprägt, in der Gastronomie aufgewachsen zu sein. So ist das jetzt auch mit seinem Sohn Carl-Philipp, er wird als
17-Jähriger 2008 eine Kochlehre im Hamburger Traditions Hotel
„ Vier Jahreszeiten“ beginnen.
Er legt Wert darauf, dass sein Sohn alleine so entschieden hat, aber verbirgt auch seinen Stolz nicht. Hofmann ist traditions-bewusst und sieht es als persönliche Herausforderung, ein fast 340 Jahre altes Restaurant zu führen: „Wenn ich einmal im Himmel vor meine Ahnen trete, sollen sie mir auf die Schulter klopfen und sagen: Das hast du gut gemacht.“
Die Seeburg heute – vor allem ist sie Restaurant der gehobenen Klasse, sagt Hofmann.
Dass er auch ein Hotel mit 16 Zimmern betreibt, erwähnt er nur nebenbei. Aber der Partyservice und die Zusammenarbeit mit
dem Schloss Agathenburg, wo er viele Feiern ausrichtet und bewirtet, sind ihm wichtig. Komplette Events anzubieten, wird nach
Hofmanns Beobachtungen ein immer wichtigerer Markt. Mittlerweile ein wichtiger Baustein seines Unternehmens.

In seiner Seeburg – idyllisch direkt neben dem Neuklosteraner
Mühlenteich gelegen – bietet Carl Michael Hofmann Platz für 70 Restaurantgäste sowie vier Gesellschaftsräume für zehn bis 60 Personen. Im Sommer lädt die große Terrasse an dem
kleinen See mit 140 Sitzplätzen zum Verweilen ein. Hofmanns Markenzeichen sind die Kochseminare, die er schon seit 20 Jahren
anbietet.„Kochen in der Gruppe ist total angesagt, und das bringt den Leuten richtig Spaß.“ Es gibt Firmen, die haben erst eine
Tagung bei ihm, dann gehen die Mitarbeiter rüber in die benach-barte Seminar-Küche und bereiten dort gemeinsam ihr Abend-essen zu.
„ In der Küche ist absolute Teamarbeit angesagt, auch deshalb sind diese Seminare gerade bei Firmen beliebt.“
Jedes Team braucht natürlich einen Chef und das in der Restaurantküche ganz besonders.
In der Seeburg ist das natürlich Carl Michael Hofmann. Sein Küchenchef leitet zwar das Team, aber die letzte Kontrolle obliegt dem Chef. Und Hofmanns Frau unterstützt ihren Mann als gelernte Bürokauffrau in der Geschäftsführung und Organisation, aber trägt
auch mit ihren Kuchen zur Restaurantküche bei: „Meine Frau ist eine hervorragende Bäckerin.“
Der Geist des Küchenteams ist inspiriert vom Geist Hofmanns und seiner Liebe zu diesem Beruf. So lässt er es sich auch nicht
nehmen, regelmäßig neue Gerichte auszuprobieren:
„ Ich bin die Kreativabteilung in meiner Firma.“ Dabei lässt er sich vor allem von Anregungen leiten, die er woanders sieht:
„ Ich sehe etwas und bau das dann nach– aber in meiner Variation.“ Dieses Gefühl, etwas ganz Eigenes zustande zu bringen, sich mit dem, was man kocht, zu identifzieren, das will Hofmann auch auf seine Lehrlinge übertragen. Ein guter Koch wird dieser Lehrling nur, wenn er seine Tätigkeit nicht als Arbeit begreift, sondern sich mit Spaß und Lebensfreude in diesen kreativen Prozess hineinbegibt, ist sich Hofmann sicher, der seit Jahren auch in der Prüfungskommission für Köche sitzt. Der Profi schwärmt: „Kochen ist kein Job, sondern ein Lebensgefühl. Koch zu sein ist der schönste Beruf auf der Welt: Du bist cooler Manager und kannst gleichzeitig fluchen wie auf der Baustelle.“ Zurück